Neue Fernwärme beim Mikroelektronik-Spezialisten
Übergabestationen für vier Industriegebäude von Carl Zeiss Jena

Key Facts
Carl Zeiss SMT GmbH, Carl-Zeiss-Promenade 10, Jena-Lichtenhain
- Industrie-Bestandsgebäude
- Umstellung der Fernwärme von Heißdampf auf Warmwasser
- Kompaktierung der Anlage wegen Platzmangels
- Enges Zeitfenster für die Umsetzung
- Carl Zeiss Jena (Bauherr)
- Dr. Born – Dr. Ermel GmbH, Freital (Planung) und Pleitz GmbH, Laucha / Unstrut (Planung, Installation)
- Zwei Übergabestationen CAD H (5,1 MW)
- Eine Übergabestation CAD H (4,0 MW)
- Eine Übergabestation CAD H (3,6 MW)
2024 - 2025
Jena-Lichtenhain ist der Traditionsstandort von Carl Zeiss Jena. Hier werden inzwischen Anlagen zur Halbleiterproduktion entwickelt und hergestellt. Die vier Gebäude beherbergen hochempfindliche Produktionsanlagen und Forschungslabors. Alles muss rund um die Uhr reibungslos funktionieren – auch die Versorgung mit Gebäudewärme. Zuverlässig war der Fernwärmeanschluss von Carl Zeiss Jena zwar immer – allerdings war er bis Ende 2024 nicht auf dem neuesten technischen Stand. Es handelte sich um eine der letzten „Heißdampfinseln“ im Fernwärmenetz der Stadt. Nun erhielt auch Carl Zeiss SMT einen Anschluss auf Warmwasserbasis (Vorlauftemperatur im Winter: 85 °C). Das neue Netz schöpft großenteils aus erneuerbaren Wärmequellen; außerdem bedeuten niedrige Temperaturen auch weniger Verlust bei der Übertragung. Der Medienwechsel erforderte allerdings den Ersatz der bisherigen Übergabestationen.
Zuverlässigkeit und Service vor Ort
Absolute Zuverlässigkeit von Anlagentechnik, die hier im oberen Leistungsbereich operieren muss, und hervorragender permanenter Service vor Ort – das waren die beiden entscheidenden Kriterien bei der Auswahl des Anbieters für die vier neuen Übergabestationen. Buderus, bewährter Systemlieferant für Carl Zeiss Jena in Sachen Wärmetechnik, empfahl in diesem Fall PEWO. Der Bauherr willigte ein.
Modulare Bauweise gefragt
Es galt aber noch eine weitere Herausforderung zu meistern, und auch hier bot sich PEWO an – mit der modularen Bauweise seiner Anlagen. Aus wärmephysikalischen Gründen brauchen Übergabestationen für Warmwasser größere Rohrdurchmesser als solche für Heißdampf. Das heißt: Sie benötigen mehr Platz. Über ein halbes Jahr dauerte es, einen geeigneten Raum zur Aufnahme der vier neuen Übergabestationen in der historischen Bausubstanz zu finden. Aber selbst diese Lösung war nur mithilfe der Modulbauweise der Anlagen von PEWO realisierbar. Die vorhandenen Heizungsverteiler konnten weiter benutzt werden.
Mit zwei Wärmeübertragern
Anlagen der Baureihe CAD H sind anwenderspezifisch konfiguriert. Hier besteht die Besonderheit darin, dass jede der Übergabestationen mit zwei primärseitigen Wärmeübertragern ausgestattet wurde. Das hat aber nichts mit Redundanz zu tun, sondern mit Energieeffizienz und Verschleißminimierung. Je nach Wärmebedarf laufen die Anlagen mit einem Wärmeübertrager oder mit beiden – letzteres vor allem in der kalten Jahreszeit. Bei geringem Wärmebedarf hingegen hilft die Beschränkung auf einen Wärmeübertrager die Zahl der Regelungsvorgänge zu reduzieren. Das schont die Ventiltechnik und verhindert den Aufbau von Schwingungen im System. Die Planung der Anlagen teilte sich PEWO in diesem Fall mit dem auch auf diesem Gebiet fachlich versierten Installationsunternehmen. Die Stationen sind je mit einem DDC-Regler von Siemens ausgestattet und wurden in die vorhandene Gebäudeleittechnik eingebunden.
Logistik für sanften Umschluss
Die letzte Herausforderung bestand darin, die Produktions- und Lieferlogistik so zu gestalten, dass innerhalb eines kleinen Zeitfensters ein „sanfter“ Umschluss der Gebäude möglich war ¬ in diesem Fall sogar mitten in der kalten Jahreszeit. Auch das gelang. Die erste Station wurden im November 2024 geliefert und installiert, die anderen drei im Januar und Februar 2025. Seitdem laufen sie reibungslos.






